Die Klausur

Der monastische Stand fügt dem Ordenleben noch etwas Absoluteres hinzu, die Trennung von der Welt durch Zurückgezogenheit: die Klausur. Die Klausur hat etwas Ungewohntes, ja Anachronistisches: Man hat Mühe, sich einen Mönch vorzustellen, der sein ganzes Leben lang innerhalb desselben eingegrenzten Bereichs bleibt, im Schoß derselben Gemeinschaft, und der bis zu seinem Tod dieselbe Form des Lebens führt.

Was also stellt für den Mönch diese Klausur dar?

Zunächst ist sie ein geographischer Ort, eine Gemeinschaft menschlicher Wesen, eine Lebensform ganz eigener Art, durch die Gott dem Mönch begegnet ist, zu seinem Herzen gesprochen hat, und ihn eingeladen hat, an diesem ganz bestimmten Ort mit Ihm ein Leben der Freundschaft zu führen, ohne Zersplitterung, Ablenkung oder äußere Geschäftigkeit. Die Klausur zentriert das ganze Leben und die Kräfte des Mönches auf die Suche nach dieser liebenden Gemeinschaft mit Gott, dem Freund und Bräutigam seiner Seele. Als abgeschlossenes geistlichen Kampfeld schützt die Klausur den Abenteurer Gottes, was der Mönch ja ist, gegen den Dämon, der sich wild gegen jedes ganz Gott hingegebene und auf Ihn ausgerichtete Leben stellt; gegen die Welt, die den Mönch durch ihre Lockungen zu gewinnen oder wenigstens seinen Weg zu Gott zu verlangsamen versucht; gegen sich selbst, da sein unbeständiger Wille in dieser Suche nach dem einzig Notwendigen angesichts der geistlichen Anstrengung so leicht den Mut verliert.

Indem sie uns auf die einzige vertikale Dimension des Lebens hin öffnet stellt uns die Klausur das einzige Gut vor Augen, das fähig ist, unsere Seele zu befriedigen: Gott, von dessen Geheimnis wir schon etwas geahnt und gekostet haben, als er unser Herz anrührte und zu seinem Dienst berief.

Das Kloster

Ort des Gebetes
Die Kirche
Der Kreuzgang
Die Zelle

Ort der Arbeit
Die Werkstätten
Die Äcker
Die Bibliothek

Gemeinschaftsleben/
Einsamkeit
Das Refektorium
Die Zelle
Der Kapitelsaal
Die Klausur
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