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Brüderliches Zusammenleben

Zwischen den verschiedenen liturgischen Begegnungen mit dem Herrn und den Arbeitszeiten wird das klösterliche Leben bestimmt von den zwei Zusammenkünften der Gemeinschaft im Kapitelsaal – am Morgen nach dem Stundengebet der Prim zur Lesung und Kommentierung eines kurzen Textes aus der Regel des hl. Benedikt, am Abend vor dem letzten Stundengebet eine mehr familiäre Zusammenkunft, in welcher der Obere einige Nachrichten mitteilt, die alle Mitbrüder interessieren könnten, sowie Gebetsanliegen, die uns anvertraut wurden –, ferner Unterricht für die Novizen und die jungen Mönche, die sich auf das Priestertum vorbereiten, sowie geistliche Vorträge.

Vergessen wir auch nicht die Mahlzeiten im Refektorium, die ebenfalls von Gebeten umschlossen sind und schweigend eingenommen werden; zu Mittag hören wir die Lesung aus einem Buch von allgemeinen Interesse (Universal- oder Regionalgeschichte, Lehren der Päpste) und am Abend ist es dann eher ein Heiligenleben. Gemäß der Regel des hl. Benedikt enthalten wir uns des ganzen Jahres von Fleisch; aber Eier, Fisch und Käse fehlen nicht auf unserer Tafel, und alle schätzen die gute und nahrhafte Klosterküche, wobei Gäste und Exerzitienteilnehmer ebenfalls ihre Mahlzeiten in Gesellschaft der Klostergemeinschaft einnehmen.

An Sonn- und Festtagen unterbleiben die Aktivitäten, so daß sie dem Mönch mehr Zeit bieten zu lesen, zu meditieren oder auch sich einer gesunden Entspannung unter dem Blick Gottes hinzugeben. Wenn wir nicht die gemeinsame tägliche Erholungszeit haben, machen wir alle zusammen einmal wöchentlich zwischen Non und Vesper einen Spaziergang und unterhalten uns entspannt und guter Laune ungezwungen über alle Arten von Themen (über im Refektorium gelesene Werke, Literatur, politisches und religiöses Tagesgeschehen).

Da haben wir auch Gelegenheit den schönen Winkel des Landes kennenzulernen, das uns aufgenommen hat, und etwas mit den zufällig begegnenden Bewohnern zu plaudern. Mehrmals jährlich verbringen wir den ganzen Tag von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang in frischer Luft, wobei wir die Stundengebete mitten in der Natur oder in den Kirchen auf dem Lande singen.

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